Die Lügen des FPÖ-Präsidentschaftskandidaten Hofer- ein Fallbeispiel

Wie rechtsradikale Propaganda in Österreich aussieht,  dazu ein Fallbeispiel. In Österreich wird am Sonntag ein neuer Bundespräsident gewählt,  der rechtsradikale FPÖ-Mann mit Namen Norbert Hofer.  Die Österreicher wählen einen Mann der lügt, ohne dabei rot zu werden. Der Beweis? Bei der ORF-Diskussion der beiden Präsidentschaftskandidaten Van der Bellen und Hofer am 19. Mai sagte er, er habe beim Heer an Österreichs Schengenaußengrenze gedient. Das war im Jahr 1990/1991. Der Beitritt Österreichs ins Schengensystem war am 28. April 1995. Das könnte ein Flüchtigkeitsfehler gewesen sein.

Er behauptete aber auch, er sei bei einem Besuch in Israel mitten in einen Terrorangriff geraten und „neben mir wurde eine Frau erschossen“, natürlich eine Terroristin. „Als ich auf dem Tempelberg war, ist zehn Meter neben mir eine Frau erschossen worden, weil sie versucht hat, mit Handgranaten und Maschinenpistolen betende Menschen zu töten.”  Natürlich konnte das nur eine islamistische Terroristin gewesen sein. In der ORF-Diskussion von der Moderatorin Ingrid Thurnher darauf angesprochen, dass das nicht stimmen könne, wütete er gegen die Fragestellerin. Es sei eine Unverschämtheit, ihn der Lüge zu bezichtigen.  Tatsache ist, dass an der für Juden heiligen Klagemauer unterhalb des muslimischen Heiligtums auf dem Tempelberg bei der Sicherheitskontrolle eine Frau einfach weitergegangen ist und daraufhin von den Sicherheitskräften angeschossen wurde.  Nicht mehr und nicht weniger.

Auf Facebook kommt nun FPÖ-Chef HC Strache zu Wort. Er fordert den Rücktritt sowohl vom ORF-Direktor wie von Ingrid Thurnher, die den Präsidentschaftskandidaten auf den Widerspruch hingewiesen hatte. Und jetzt wird es besonders lustig. Strache schreibt: „Der ORF versucht Norbert Hofer’s persönliches Erlebnis mit einer mutmaßlichen Terroristin und Verdächtigen Person in Jerusalem (Tempelberg), welche von der Polizei angeschossen wurde, als unwahr darzustellen. Der ORF ist nun endgültig blamiert und als rot-grüner Propagandasender entlarvt! Schäbig!!!“ Als Beleg zitiert er die Jerusalem Post. Da steht jedoch nichts von einer bewaffneten Terroristin, sondern nur das eine Israelin angeschossen wurde. „35-year-old Jewish woman failed to heed warning shots; taken to hospital with light injuries.“  Und er zitiert außerdem als Beweis dafür, dass es doch eine islamistische Terroristin gewesen sein muss, die linksliberale Tageszeitung Haaretz.  Die hatte als Schlagzeile: „Israel Police officer opens fire on „Jewish Taliban“. Das Wort Taliban muss HC Strache direkt in Verbindung mit islamistischer Terroristin in Verbindung gebracht haben. Jewish Taliban ist eine ultraorthodoxe jüdische Gruppe von Frauen. Sie fordern eine Gesamtverschleierung des Körpers, ähnlich der Burka. (http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4703307,00.html)

Also nichts in den israelischen Medien von einer Frau die erschossen wurde, nichts von einer mit Handgranaten und Maschinenpistole bewaffneten Frau die betende Menschen töten wollte. Und das die Frau eine ultraorthodoxe Jüdin war wird schlicht ausgeblendet.  HC Strache und seine FPÖ-Gemeinde stört das alles nicht. Die Enttarnung eines Lügners, eben des künftigen österreichischen Bundespräsidenten, werden vom FPÖ-Chef kurzerhand als Propaganda des bösen, roten ORF hingestellt. Armes Österreich.

Veröffentlicht: May 20th, 2016 · Autor: · Kategorie: Neu · noch kein Kommentar

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